Spermidin hält Zellen jung

Autophagie-biologischer Jungbrunnen: Seit langem beschäftigt sich die Forschung damit, das Altern zu verlangsamen oder dessen Folgen rückgängig zu machen. Sogar im Mittelalter suchten Alchemisten verzweifelt nach dem „Stein der Weisen“, der nicht nur Gold herstellen, sondern auch ewige Jugend bringen sollte.

Erst in der letzten Zeit wurde herausgefunden, dass eine relativ einfache und natürliche Anti-Aging Methode existiert: Reduktion der Kalorien! Versuche mit Fadenwürmern, Fruchtfliegen und Affen zeigten, dass sich das Leben bedeutend verlängern lässt, wenn die Tiere um 30 % weniger zum Fressen bekamen.

Diese durchschlagende Wirkung liegt in der Anregung der „Autophagie“ der Zellen im Körper.

Autophagie bedeutet, dass die Zelle abgestorbenes Material, das in der Zelle anfällt, abbaut und wiederverwertet. Somit  braucht die Zelle kein Material von außen, sondern es entsteht eine Art „Zell-Recycling“. Die Zelle wird dadurch verjüngt, außerdem verlängert sich dadurch auch die Lebensdauer jeder einzelnen Zelle. Diese Autophagie wird angeregt, wenn der Körper weniger Kalorien zur Verfügung hat. Er schaltet dann in einen Energiesparmodus, in dem das Material, das bereits vorhanden ist „recycelt“ wird.

 

Fasten regt Autophagie an

Nachdem der Körper erst in den Autophagie-Energiesparmodus schaltet, wenn er längere Zeit keinen Kalorien-Nachschub bekommt, bietet sich das Modell des Intervall-Fastens besonders an. Unter Intervall-Fasten versteht man, dass man 16 Stunden keine Nahrung zu sich nimmt, in den restlichen 8 Stunden aber ganz normal isst.

Studien haben bewiesen, dass sich ein regelmäßiger Nahrungsverzicht positiv auf chronische Krankheiten wie Rheuma, Arthritis, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes auswirkt.

Intervallfasten entspricht der Ernährung in der Steinzeit: nach einer erfolgreichen Jagd herrschte Überfluss, an erfolglosen Tagen jedoch hatten die Leute nur wenig Nahrung zur Verfügung.

 

Spermidin bedeutet „Fasten“ ohne zu Fasten

Forscher fanden heraus, dass eine Substanz den gleichen Effekt auslöst wie das Fasten. Spermidin kann ebenfalls die Autophagie im Körper anregen. Das bedeutet, dass trotz normaler Nahrungsaufnahme den Zellen ein Nahrungsmangel vorgetäuscht wird. Dadurch schaltet der Körper in den Energiesparmodus und aktiviert das Zell-Recycling. Durch diese Erneuerung der Zellen können Alterungsprozesse verzögert werden.

In unterschiedlichen Studien konnten positive Auswirkungen auf die Gedächtnisleistung, auf das Herz-Kreislaufsystem und auch auf die Lebensdauer festgestellt werden.

Spermidin ist eine körpereigene Substanz, die an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt ist. Es wurde erstmals in den 1970-er Jahren im Sperma entdeckt, wo es auch in hoher Konzentration vorkommt. Aber auch in zahlreichen Lebensmitteln ist Spermidin enthalten. Jedoch schwanken hier die Gehalte, wie in Lebensmitteln üblich.

 

Spermidin mit Nährstoffen ergänzen

Nachdem Spermidin ein Zwischenprodukt im Stoffwechsel ist, ist es sinnvoll, die Wirkung von Spermidin durch eine gezielte Nährstoffkombination zu ergänzen.

Vor allem die Vitamine des B-Komplexes, die in sämtlichen Stoffwechselreaktionen eine große Rolle spielen, bilden zusammen mit dem Spermidin eine unübertroffene Symbiose.

B-Vitamine unterstützen den Energiestoffwechsel, die geistige Leistung, aber auch das Nervensystem. Vitamin B2 (Riboflavin) unterstützt auch den Schutz der Zellen vor freien Radikalen.

 

Spermidingehalt in Lebensmitteln
(in absteigender Reihenfolge)

  • Vollkorn und Getreidekeimlinge

  • Sojabohnen

  • Gereifter Käse

  • Kürbiskerne

  • Pilze

  • Reiskleie

  • Hühnerleber

  • Erbsen