5 Tipps für eine bessere geistige Leistung

Bereits kleine Lebensstilmodifikationen können unserem Gedächtnis zu großen Sprüngen verhelfen. Experte DDr. Rösler verrät, wie Sie Ihr Gehirn unterstützen können und dabei gleichzeitig vor Abbau schützen.

 

DDR. DIETMAR RÖSLER ist Arzt für
Allgemeinmedizin und Doktor
der Medizinischen Wissenschaft,
Medizinischer Leiter von
NUTROPIA PHARMA.

 

1. Tipp: „Caloric Restriction“

Wer hätte sich das vor einigen Jahren gedacht: Mit leerem Magen denkt und lernt es sich tatsächlich besser. „Kalorien-Restriktion“, so der Mediziner, „wird als moderner Begriff für das gute alte Fasten verwendet. Jede Hochkultur hat eine Art Fastenperiode in ihrem Jahreskalender eingebettet. Und das aus gutem Grund. Heute kennt man, dank intensiver Forschung an diesem Thema, den biologischen Mechanismus dahinter. Dieser klingt zwar sehr kompliziert, drückt aber nur die komplexe Wechselwirkung zwischen Lifestyle und Gesundheit aus. Es werden zelluläre „Schalter“ betätigt, die gewisse Funktionen in der Zelle „anknipsen“. Im falle des Fastens heißen diese Schalter AMPK und SIRT1. Diese setzen in weiterer Folge ein Protein frei, das wie Dünger fürs Gehirn wirkt und BDNF (Brain-derived neurotrophic factor) heißt. BNDF bewirkt die Neubildung und das Wachstum neuer Nervenzellen und Synapsen. Die Voraussetzung für eine verbesserte Hirnleistung.“

 

 2. Tipp: Sport als Supermedikament

Wirkt als Turbo für Körper UND Geist: Durch sportliche Betätigung wird die Durchblutung – auch des Gehirns – verbessert und Gefäßverkalkungen vorgebeugt. „Hierzu besagen neueste Studien“, so DDr. Dietmar Rösler, „dass sowohl Ausdauer- als auch Kraftsport wirksam sind. Allerdings wirkt Ausdauersport doppelt so gut, weil der Effekt auf die Gefäßgesundheit und Durchblutung deutlich größer ist.“ Als weiteren Wirkungsmechanismus nennt DDr. Rösler die Ausbildung neuer Synapsen, also Verbindungen zwischen zwei Nervenzellen. „Diese Neubildung ist bis zum letzten Lebenstag möglich! Hier wirkt vor allem sensomotorisches Training. Darunter versteht man ein Training, das die Vernetzung von Sinneseindrücken (Anm.: Auge, Gleichgewichtsorgan, propriozeptives Feedback der Nerven, Muskel- und Gelenksrezeptoren) mit den ausführenden Muskeln, Faszien und Gelenken gezielt verbessert. Dieses Training geht sehr einfach. Anfänger gehen barfuß und versuchen, dabei längere Zeit auf einem Bein zu stehen, Fortgeschrittene nehmen dazu instabile Unterlagen und Ambitionierte z.B. eine Slackline.“

3. Tipp: Eine Tasse Tee

Ein heißer Tipp gegen das Vergessen  ist der griechische Bergtee, genannt Sideritis scardica. Die Bewohner des griechischen Hinterlandes trinken diesen seit Jahrhunderten zur Vorbeugung von Demenz (die präventive Wirksamkeit wurde bereits wissenschaftlich belegt durch Forscher der Uni Rostock). Im Tee enthaltene sekundäre Pflanzenstoffe können, wie das Resveratrol im Rotwein, das Fasten imitieren und so „Giftmüllablagerungen“ im Gehirn – „Plaques“ – durch die Aktivierung der körpereignen „Müllabfuhr“ abtransportieren. Das alte Hausmittel wird von den Griechen traditionell nach der Arbeit getrunken, da es auch eine stresslindernde und stimmungsaufhellende Wirkung aufweist.

 4. Tipp: Wohltat Digital Detox

„Blaulicht-Fasten“ macht smarter: Das blaue Licht, das Smartphones, Laptops, Computer, Tablets & Co ausstrahlen“, so DDr. Rösler, „macht zwar gestochen scharfe Bilder, aber es blockiert auch die Melatoninproduktion der Zirbeldrüse im Gehirn. Melatonin, das Schlafhormon, wird normalerweise in der Nacht ausgeschüttet und hilft dem Körper, vor allem den Nervenzellen, sich zu regenerieren. Jeder weiß, wie sich Schlafmangel anfühlt, immer mehr Menschen benutzen daher Blaulichtfilter für ihre technischen Geräte, um die Produktion des Schlafhormons nicht noch mehr zu beeinträchtigen. Besser ist, so oft wie möglich auf digitale Maßnahmen zu verzichten und stattdessen wieder auf ,Analoges‘ umzustellen. Sprich: miteinander reden.“

5. Tipp: Leben wie die Französinnen

Hedonismus mit Hirn: Wenn Sie sich an einem stressigen Tag denken „Rien ne va plus“ – dann beamen Sie sich doch gedanklich nach Paris. Nicht nur, weil Tagträumerei den Kopf freimacht und entstresst. Der Lebensstil der Französinnen kann unsere geistige Leistung fördern und schützt gleichzeitig vor gefürchteten neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer (die häufigste Form der Demenz). Fakt ist: „Es gibt Nährstoffe“, so DDR. Rösler, „die den Zustand des schlau und gesund machenden Fastens (Anm.:s. li.) imitieren können. Dazu gehört der sekundäre Pflanzenstoff Resveratrol, der dieselben „Zellschalter“ wie das Fasten drückt und daher für das sogenannte „French Paradoxon“ mitverantwortlich ist. Dieses beschreibt die Tatsache, dass Franzosen trotz gleichem Alkohol- und Fettkonsum länger leben als z. B. Deutsche oder Amerikaner und 3-mal weniger Herzinfarktrisiko haben. Denn sie trinken anstatt des in unseren Breiten üblichen Biers den resveratrolreichen französischen Rotwein. PS: Den guten Roten trinkt man idealerweise in guter Gesellschaft. „Denn eines weiß man schon lange: Einsamkeit verstärkt den geistigen Abbau massiv“, so DDr. Rösler.

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Quellenverweis: Gesund & Fit