Mariendistel – Die Leberpflanze

Stachelige Stängel und Blätter mit lila Blüte: So unscheinbar und knorrig die Pflanze auf den ersten Blick wirkt, kaum eine Pflanze ist so wichtig für die Lebergesundheit wie die Mariendistel.

Das geheimnis um die mariendistel

Die Heilpflanze ist schon seit der Antike bekannt und mittlerweile auch für die moderne Wissenschaft von Interesse.

Der deutsche Name „Mariendistel“ (Silybum marianum) – regional auch Christi Krone, Donnerdistel, Fieberdistel, Fechdistel, Frauendistel oder Heilandsdistel – beruht auf einer christlichen Legende.

Der Legende nach hatte Maria auf der Flucht nach Ägypten Schutz unter dem Blätterdach der Mariendistel gesucht, um ihr Kind zu stillen. Dabei fielen ein paar Tropfen Milch auf die Blätter der Distel. Tatsächlich sind die weißen Flecken auf den Blättern eine Besonderheit, die nur bei dieser Distel zu finden ist. Im Englischen heißt die Pflanze deshalb „Milk thistle“, der wissenschaftliche Name ist Silybum marianum.

 

Steckbrief Mariendistel

 

Botanischer Name

Silybum marianum

Pflanzenfamilie

Korbblütler

Regionale Bezeichnungen

Fieberdistel

Donnerdistel

Heilandsdistel

 Aussaatzeit

Februar bis April

Blütezeit

Mai bis September

Erntezeit

ab dem zweiten Jahr

Standort

sonnige Standorte

trockener und steiniger Boden

durchlässiger Boden

Verwendung als Heilpflanze

Leberbeschwerden

Gallenflussstörungen

Alkoholabusus

Reisekrankheit

Verdauungsstörungen …



Wie sieht die Heilpflanze aus?

 

Die Mariendistel, welche zur Familie der Korbblütler gehört, ist eine ein- bis zweijährige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 20 bis 150 cm erreicht.

 

 

Sie wächst gern an warmen, trockenen Plätzen und trägt große, Stängel-umfassende, grün-weiß marmorierte Blätter, die am Rand spießförmige gelbe Dornen aufweisen.

 

Zwischen April und August finden sich an den Stängelspitzen die bekannten purpurfarbenen und kugelförmigen Röhrenblüten. Aus den purpurroten Blüten entwickeln sich im August oder September braun-gefleckte Früchte (umgangssprachlich „Mariendiestelsamen“ genannt), die eine harte Schale und eine seidige, silbrig glänzende Haarkrone (Pappus) besitzen.

 

 

Welche Heilkraft steckt in der Mariendistel?

Viele fragen sich, was es mit der Heilwirkung der Pflanze auf sich hat, die bereits in der Antike angewandt wurde. Den Einsatz der Arzneipflanze prägte vor allem die populäre Heilkundige Hildegard von Bingen. Sie schrieb die positiven Eigenschaften der Distel nieder.

Heutzutage ist die Mariendistel bei Behandlung von Leber- und Gallenbeschwerden nicht mehr wegzudenken.

Verantwortlich ist hierfür vor allem der in den Mariendistelfrüchten enthaltende Inhaltsstoff Silymarin.

Silymarin – benannt in Anlehnung an den wissenschaftlichen Namen Silybum marianum – ist der eigentliche Grund, warum die Mariendistel in der modernen Wissenschaft ein Comeback erlebte und Gegenstand zahlreicher Untersuchungen wurde.

Die positive Wirkung auf die Leber beruht zum einen darauf, dass Mariendistel-Extrakte die Zellmembranen stabilisieren und so Zellgifte wie Alkohol am Eindringen in die Leberzellen hindern beziehungsweise sie daraus verdrängen können.

Zum anderen kann das Silymarin zellschädigende freie Radikale (aggressive Sauerstoffverbindungen) abfangen, die Proteinsynthese ankurbeln und dadurch die Regenerationsfähigkeit der Leberzellen fördern.

 

Hat die Mariendistel Nebenwirkungen?

Mariendistelpräparate werden im Allgemeinen sehr gut vertragen. In seltenen Fällen werden allergische Reaktionen oder abführende Wirkungen beschrieben. Bei bekannten Allergien auf Korbblütler sollte von einer Einnahme zunächst abgesehen werden und ein Arzt konsultiert werden.

 

 

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