Kalorien und Säuren in der Ernährung: Die unsichtbare Gefahr für unsere Gesundheit

Egal welche Zeitschrift man aufschlägt, überall wird gedetoxt, entsäuert und gefastet. Mittlerweile für viele  ein normales regelmäßiges „Todo“.

In den vergangenen Jahren hat sich der Wert einer regelmäßigen Entgiftung des Körpers als fundamentales Gut tief in unserem Bewusstsein verankert und gilt mittlerweile als Stellschraube für eine optimierte Lebensqualität und eine entsprechend hohe Körperresilienz. Detox-Kuren, die den Körper von schädlichen Säuren und Giftstoffen befreien sollen, sind Teil eines gesundheitsbewussten Lebensstils geworden. Doch wie detoxt man richtig, wie bemerke ich überhaupt, ob ich übersäuert bin und was hat das Bindegewebe damit zu tun?

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Säure-Basen-Haushalt im Körper eine komplexe und wichtige Rolle spielt. Ein Ungleichgewicht in diesem Haushalt kann verschiedene negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben und möglicherweise zur Entstehung von Krankheiten beitragen. Im Laufe des Lebens haben die meisten Menschen mit anhaltender Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Gewichtsschwankungen zu kämpfen. Diese Symptome scheinen unspezifisch und bieten vermeintlich keinen Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung.

Wer sich mit der Ernährungsmedizin befasst, wird früher oder später über das Thema “Säure-Basen-Haushalt” stolpern. Hier liegt womöglich auch die Antwort auf die Frage, wie Volkskrankheiten entstehen. Diabetes, Übergewicht, entzündliche Gelenkserkrankungen, Osteoporose, Pilzerkrankungen, Leberprobleme, Bluthochdruck uvm. sind Erscheinungen, die von einem stark sauren Stoffwechsel gekennzeichnet sind. Es stellt sich die Frage, ob eine Übersäuerung Ursache oder Begleiterscheinung dieser Krankheiten ist und ob wir durch frühzeitige ernährungsphysiologische Maßnahmen die Entstehung verhindern können.

Kalorien und Säuren in der Ernährung: Die unsichtbare Gefahr für unsere Gesundheit

Die unterschätzte Rolle unseres Bindegewebes

Das Bindegewebe schützt alle Organe und Gebearten im Körper

Um das Thema “Säuren und Basen” zu erklären, bedarf es eines kurzen Einblicks in die Funktion und den Aufbau des Bindegewebes (auch: “Pischinger-Raum”, benannt nach dem Arzt Prof. Alfred Pischinger). Unsere Zellen sind nicht nahtlos aneinandergereiht, sondern umgeben von besagtem Bindegewebe.

Es besteht vor allem aus Flüssigkeit, aber auch aus Proteinen (Kollagen, Elastin) und Kohlenhydratketten, an denen saure Stoffwechselprodukte zwischengelagert werden können. Entgegen der Vermutung verbindet es also nicht nur unsere Zellen, sondern erfüllt eine wichtige Stütz- und Schutzfunktion für unsere Organe.

Es ist auch Transitstrecke für Nährstoffe, Botenstoffe und fungiert als Mülldeponie für unseren Zellabfall. Außerdem ist der Pischinger-Raum ein Wasserspeicher und spielt eine bedeutende Rolle im Immunsystem. So wird einem klar, dass sein Bindegewebe gesund und elastisch zu halten, das A und O eines gesunden Lebensstils ist.

Fakten über unser Bindegewebe


→ Das Bindegewebe zählt neben dem Epithel-, Muskel- und Nervengewebe zu den vier Gewebearten des menschlichen Körpers.

→ Es existieren verscheidene Bindegewebsarten, die alle eine unverzichtbare Rolle für unseren Körper spielen. Dazu zählen u.a. das straffe, lockere und retikuläre Bindegewebe.

→ Zum spezialisierten Bindegewebe gehören unser Knorpel-, Knochen, Fett- und Blutgewebe

→ Das Bindegewebe kann getrost als das 6. Sinnesorgan bezeichnet werden.

Wenn der Körper sauer reagiert:
Ursachen und Folgen einer übersäuerung

Sauer sind pH-Werte zwischen 0 und 6,9

Idealerweise besteht in unserem Blut und Bindegewebe eine Balance zwischen Säuren und Basen.

Gerät dieses Gleichgewicht ins Wanken, kommt es zu einer Übersäuerung. In der Schulmedizin wird das Absinken des pH-Wertes im Blut “Azidose” bezeichnet. Dabei handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Zustand und eine Entgleisung des Stoffwechsels, bei der sofort notfallmedizinisch behandelt werden muss.

Im alltäglichen Sprachgebrauch verstehen wir unter Übersäuerung allerdings eine “latente Azidose”. Die Ernährungs- und Komplementärmedizin beschreibt damit die Minderung unserer Pufferbasen, jedoch ohne Auswirkung auf den pH-Wert im Blut. Der Körper hält diesen bis zuletzt durch Mobilisierung der Körperreserven (Knochen, Zähne) konstant auf 7,35- 7,45.

Factbox


→ Säuren entstehen bereits durch normale Zellteilung, Ernährung, Sport und andere Umweltfaktoren.

→ Das Bindegewebe dient hierbei als "Zwischenlager".

→ Wird unser Bindegewebe jedoch nicht regelmäßig gereinigt, kommt es zum Stoffwechselstau.

→ Begünstigt wird dieser Zustand beispielsweise durch Stress, nährstoffarme Ernährung, Alkohl und Niktoin.

→ Liefert die Ernährung nicht mehr wertvolle Basen und B-Vitamine, so kann die Nahrung nicht richtig verarbeitet werden und belastet unser Bindegewebe. Wir werden sauer.

→ Nährstoffarme Nahrungsmittel sind stark verarbeitete Lebensmittel und jene, die am Weg auf unseren Teller viele Nährstoffe verloren haben (Transport, Lagerung, Zubereitung).

Als “Schlacken” werden somit die Abfälle aus diesem gewöhnlichen Stoffwechselprozess bezeichnet. Fortwährende Verschlackungen führen dann zu jenen Störungen, die wir als Volkskrankheiten kennen. Nun stellt sich natürlich die berechtigte Frage, woran wir eine Übersäuerung des Stoffwechsels überhaupt erkennen können?

 

Eine latente Übersäuerung kann sich kurzfristig durch Müdigkeit, Muskelverhärtungen, Gewichtsproblemen und Haarausfall bemerkbar machen. Besteht das Ungleichgewicht über lange Zeit fort, sind womöglich sogar gravierende Störungen wie Diabetes, entzündliche Erkrankungen, Leberkrankheiten, Hypertonie oder das Metabolische Syndrom die Folge.

 

Säuren machen dick: Gewichtszunahmen durch Übersäuerung?

Diäten bleiben erfolglos, wenn der Körper übersäuert ist

Schlacken bedingen nicht nur viele Erkrankungen, sondern auch Übergewicht. Die übliche Reaktion auf eine fortwährende und unerwünschte Gewichtszunahme besteht dann meist in der Reduktion der Kalorien und gleichzeitiger Erhöhung des Eiweißkonsums. Der Eiweiß-macht-schlank-Mythos (hier Link vom Blogartikel einfügen) begünstigt die latente Übersäuerung jedoch und kann zu mehr Kilos auf der Waage führen. Man spricht dann von der „Eiweißfettleibigkeit“. Denn das übermäßige Eiweiß lagert sich im Bindegewebe ab und behindert den Nährstoff- und Signalstofftransport. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind allerdings essentiell bei der Fettverbrennung und Verwertung von Nahrungskalorien.

Mehr zu Thema Eiweiß erfährst du in unserem Artikel Der Eiweiß-macht-schlank-Mythos

Chill deine BAsen! Tipps für deinen Basenhaushalt

1. Greife regelmäßig auf basische Lebensmittel wie z.B. Kartoffeln, Karotten und Pilze zurück.

2. Verzichte auf Alkohol und Nikotin.

3. Koche selbst und vermeide Fertigprodukte, Fertigsoßen und raffinierte Lebensmittel.

4. Reduziere, wenn möglich Stress und sorge für ausreichende Entspannung und Erholung.

5. Integriere Bitterstoffe z.B. durch unser METANORM Würzkräuter-Pulver in deinen Speiseplan. Deren bioaktive Vitalstoffe unterstützen die Verdauung und helfen bei der Fettverbrennung.

Wir alle streben danach, unser Körper-Geist-System widerstandsfähiger und belastbarer zu machen. Eine hohe Körperresilienz bedeutet, dass der Körper in der Lage ist, auf körperliche und emotionale Belastungen angemessen zu reagieren und sich schneller zu regenerieren. Dabei kann ein ausgeglichener Säure-Base-Haushalt im Körper zu einer Stärkung der eigenen Körperresilienz maßgeblich beitragen.  Das Bewusstsein über die Ursachen unserer Zivilisationskrankheiten und die schwerwiegenden Auswirkungen einer konstanten Übersäuerung des Körpers ist heute wichtiger denn je. Nährstoffarme Nahrungsmittel und Umweltgifte schaffen natürlich schlechtere Ausgangsbedingungen, mit denen viele von uns zurechtkommen müssen.  Dennoch können eine basenreiche Ernährung, ausreichend Schlaf und Stressabbau unseren Stoffwechsel unterstützen und uns zu unserem Wohlfühlgewicht verhelfen. Weiters können wir darauf achten, uns von einer gefühlt permanenten Erregungskultur und Reizüberflutung zu einer “Hier und Jetzt”-Kultur zu entwickeln. Das Prinzip „Detoxing“ ist also idealerweise auch auf andere Lebensbereiche auszuweiten, um rechtzeitig und langfristig im Gleichgewicht zu bleiben und in unserer schnell getakteten Welt den eigenen Rhythmus finden.