Die Nährstoffexperten im Interview: Verdauung & Nahrungsunverträglichkeiten

Was bedeutet Intoleranz? Was sind Enzyme und was machen sie in unserem Körper? Sind Bitterstoffe für eine gute Verdauung wichtig und was bewirken Sie in unserem Körper?

1. Immer häufigeR werden wir mit dem Begriff „Intoleranz“ konfrontiert. Was bedeutet Intoleranz eigentlich?

Als Intoleranz wird eine Nahrungsmittelunverträglichkeit bezeichnet.
Das bedeutet, dass der Körper bestimmte Substanzen nicht normal verwerten
kann und es kommt zu Durchfall und Blähungen.

Typischerweise kennen wir z.B. die

  • MILCHZUCKER-UNVERTRÄGLICHKEIT (Lactoseintoleranz)
  • FRUCHTZUCKER-UNVERTRÄGLICHKEIT (Fructoseintoleranz) oder die
  • KLEBEREIWEIß-UNVERTRÄGLICHKEIT (Glutenintoleranz).

Unter anderem ist auch eine zu geringe Aufnahme von Bitterstoffen verantwortlich
für die Ausbildung solcher Intoleranzen.

 

2. Was versteht man unter dem Begriff „EnzymE“ und was machen diese in unserem Körper?

Enzyme allgemein sind sogenannte „Biokatalysatoren“, das heißt, dass sie Reaktionen
die im Körper ablaufen, beschleunigen. Im speziellen Fall der Verdauung bewirken sie eine
Aufspaltung der Nahrungsbestandteile:

  • Lipase spaltet Fett
  • Amylase ist für die Kohlenhydratverwertung notwendig
  • Laktase spaltet Milchzucker
  • Protease spaltet Eiweiß
  • Cellulase unterstützt die Toleranz gegenüber pflanzlicher
    Cellulose (Getreide, Obst, Gemüse)

 

3. Sind Bitterstoffe wichtig und welche Auswirkungen haben sie auf unsere Verdauung?

Schon seit Hildegard von Bingen werden Bitterstoffe zur Anregung der Verdauung
eingesetzt. Sie regen sowohl

  • im Magen die Bildung von Magensaft als auch
  • die Bildung von Galle in der Leber an.

Zusätzlich bewirken sie auch in der Bauchspeicheldrüse eine vermehrte Ausschüttung von
Verdauungsenzyme und basischen Sekreten.