Worauf sollte man bei Nahrungsergänzungsmitteln
achten?

Das Angebot an Nahrungs­er­gänzungs­mitteln ist riesig: ein­zelne Vita­mine und Mine­ral­stoffe in hoher Dosierung, Kom­bi­na­tions­prä­parate mit zahl­reichen Inhalts­stoffen oder Pro­dukte, die ge­zielt auf be­stimmte Be­dürf­nisse ab­ge­stimmt sind. Wie er­kennt man aber jetzt, was die Qua­lität eines Nah­rungs­er­gänzungs­mittels aus­macht?

Hochdosierte Ein­zel­nähr­stoffe - warum mehr nicht auto­matisch besser ist

Um Verbrauchern eine klare Vor­stel­lung davon zu ver­mit­teln, wie viel von einem spezi­fischen Nähr­stoff in einen Nah­rungs­er­gän­zungs­mittel ent­halten ist, muss auf jeder Ver­pack­ung der Nähr­stoff­be­zugs­wert kurz “NRV” an­ge­geben sein. Dieser gibt an, wieviel Prozent des Tages­be­darfes jedes ein­zelnen In­halts­stoffes durch dieses Pro­dukt gedeckt wird: Das be­deutet z.B.: 100 % NRV Vitamin B1 decken den durch­schnit­tlichen Tages­bedarf eines Er­wachsenen.

In den Regalen findet man Pro­dukte mit den unter­schied­lichsten Do­sierun­gen. So decken be­stimm­te Pro­dukte nur einen Teil der emp­fohle­nen Tages­menge eines Stof­fes ab, wäh­rend andere mit hohen Do­sierun­gen werben, die die Tages­emp­feh­lung weit über­steigen. Hohe Do­sierun­gen von Einzel­nähr­stoffen sind grund­sätz­lich zu ver­meiden. Nähr­stoffe wirken zwar nach physio­logischen Grund­sätzen und haben eine große thera­peutische Breite, aber auch Nähr­stoffe können zu Ne­ben­wir­kun­gen führen, wenn über einen zu langen Zeit­raum sehr hohe Einzel­dosen zu­ge­führt werden.

Synergieeffekte von Mikro­nähr­stoffen nutzen

Vitamine, Mineral­stoffe und Spu­ren­ele­mente sind keine Ein­zel­kämpfer. Sie sind Hand-in-Hand-Werker: Jede Re­akt­ion im Stoff­wech­sel wird durch Enzyme in Gang ge­setzt. Damit aber Enzyme rich­tig ar­beiten können, be­nötigen Sie ver­schie­dene Mikro­nähr­stoffe als so­ge­nannte Co­fak­toren. Fehlt ein oder mehre­re dieser Co­fak­toren, können diese Rea­ktionen nicht ab­laufen.

Ein per­fektes Bei­spiel ist hier Ma­gne­sium. Jeder weiß, dass bei Muskel­krämpfen Ma­gne­sium wich­tig ist. Aller­dings wun­dert sich der eine oder andere, warum trotz hoher Ma­gne­sium­zu­fuhr die Krämpfe nicht ver­schwin­den (und sich aber als Ne­ben­wir­kung häu­fig Durch­fall ein­stellt). Das Pro­blem liegt darin, dass Ma­gne­sium al­leine zu wenig ist! Trifft ein Ner­ven­reiz auf eine Mus­kel­zel­le kommt es lo­kal zu einem Na­trium Ein­strom und Ka­lium Aus­strom aus der Zel­le. So wird der Mus­kel an­ge­regt, sich zu­sammen­ziehen. Um wieder ent­span­nen zu kön­nen, muss nun mit­hilfe einer Pumpe, welche Ma­gne­sium für ihre Wir­kung be­nö­tigt, Ka­lium zurück in die Zelle und Na­trium wie­der­um aus der Zel­le gepumpt werden. Fehlt einer die­ser 3 Nähr­stof­fe, kann die Ak­tion nicht voll­stän­dig durch­geführt werden. Be­trach­tet man die Bio­chemie hinter die­ser Ak­tion, ver­steht man warum so­wohl Ma­gne­sium aber auch Ka­lium als Ein­zel­nähr­stof­fe keinen Sinn machen.

Qualitätsmerkmale hoch­werti­ger Nah­rungs­er­gän­zungs­mittel

  • Sitz der Produktion:
    Entspricht die Produktion den hohen europäischen An­for­de­run­gen? Nur so sind Ver­un­rei­ni­gun­gen und die Ver­wen­dung min­der­wer­ti­ger Roh­stof­fe aus­zu­schließen.
  • Forschung:
    Für die Ent­wick­lung wirk­lich guter Prä­pa­rate ist die da­hinter­steh­ende For­schung das Um und Auf!
  • Transparenz:
    Seriöse Unter­nehmen müssen In­forma­tionen rund um Her­stel­ler und Pro­dukt gewähr­leisten können. Sicher­heit, Rein­heit und eine studien­gestützte, sorg­fältige Ent­wick­lung stehen an erster Stelle. Die In­halts­stof­fe, even­tuel­le Zu­satz­stof­fe und Men­gen­an­gaben müssen klar, voll­stän­dig und rich­tig an­ge­geben werden.
  • Gute Beratung:
    Es ist immer rat­sam, sich von Ärzt:in­nen, Er­näh­rungs­be­rater:in­nen und Apo­theker:in­nen be­ra­ten zu las­sen, um das opti­male Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel für die in­di­vi­du­el­len Ge­sund­heits­be­dürf­nis­se zu finden.

Fazit

Mit ein paar Regeln können Kon­su­ment:in­nen eine in­for­mier­te Ent­schei­dung tref­fen, um ein qua­li­täts­ge­sicher­tes Nah­rungs­er­gän­zungs­mittel, das auf die in­di­vi­du­el­len Ge­sund­heits­ziele ab­ge­stimmt ist, aus­zu­wählen. Grund­sätz­lich gilt, lieber nicht zu hoch­do­sier­ten Ein­zel­kom­po­nen­ten-Prä­pa­ra­ten zu grei­fen, da diese keine lücken­lose Ver­sor­gung ge­währ­leisten können. Stu­dien­ge­stütz­te und sorg­fäl­tig ent­wi­ckel­te Kom­plex­mit­tel sind die beste Wahl.

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