Kollagen - worauf es wirklich ankommt
Der Markt für Kollagenprodukte wächst stetig – und mit ihm auch die Verwirrung: Kollagen –Typ I, II oder III, hydrolisiert… ja sogar vegan – begegnen einem mittlerweile überall. Doch was davon ist tatsächlich relevant und worauf sollte man achten?
Kollagen: Einfach erklärt
Kollagen ist ein Strukturprotein im menschlichen und tierischen Körper. Es sorgt dafür, dass es als Gerüststoff dem Gewebe Festigkeit verleiht. Pflanzen hingegen verwenden als Gerüststoff Zellulose. Deshalb ist Kollagen auch nicht vegan. Kollagen besteht aus einzelnen, miteinander verbundenen Aminosäureketten, wobei Glycin und Prolin die an den häufigsten vorkommenden Aminosäuren sind. Kollagen ist ein wesentlicher Bestandteil des Bindegewebes und kommt vor allem in Knochen, Knorpeln, Zähnen, Sehnen, Bändern und in der Haut vor.
Aufgaben von Kollagen
Kollagen wird häufig mit Schönheit und Hautpflege in Verbindung gebracht, erfüllt jedoch weit mehr Aufgaben im Körper. Es trägt unter anderem bei zu:
- mehr Spannkraft und Festigkeit für die Haut
- Gelenks-Knorpelaufbau und Stabilisierung durch festere Bänder und Sehnen
- höherer Festigkeit der Knochen
- widerstandfähigen Blutgefäßen (verbesserte Festigkeit bedeutet geringere Anfälligkeit für Krampfadern)
- verbesserter Wundheilung (nicht nur bei akuten, sondern besonders auch bei chronischen Wunden)
- gesundem Zahnfleisch (verbesserte Verankerung der Zähne, weniger Zahnfleisch-Schwund)
Wie wird aus zugeführtem Kollagen körpereigenes Kollagen?
Kollagenbildung findet zum Großteil in den folgenden Zellen statt:
- Fibroblasten: im Bindegewebe, Blutgefäßen, Sehnen und Bändern
- Chondroblasten: im Knorpel
- Osteoblasten: in den Knochen
- Odontoblasten: in den Zähnen
Aufgenommenes Eiweiß oder mit der Nahrung zugeführtes Kollagen muss, um verwertet zu werden, im Verdauungstrakt in kleinste Eiweißbausteine, die Aminosäuren, aufgespaltet und ins Blut aufgenommen werden. Anschließend wird am Zielort wieder Kollagen aufgebaut. Hierfür benötigt der Körper allerdings Mikronährstoffe wie Vitamin C, Zink, Kupfer und Mangan. Ohne diese Nährstoffe kann der Körper aus dem zugeführten Kollagen kein körpereigenes Kollagen herstellen.
Wie erkennt man einen Kollagenmangel?
Bereits ab einem Alter von 25 Jahren beginnt der Körper allmählich weniger Kollagen zu produzieren. Beschleunigt wird die mangelnde Kollagenproduktion durch ungünstige Lebensgewohnheiten. Dazu gehören vor allem:
- Rauchen
- Intensive UV-Strahlung
- Alkohol
- Chronischer Stress
- Exzessiver Sport
Alle diese Faktoren erhöhen den oxidativen Stress im Körper. Die dabei entstehenden freien Radikale schädigen die Fibroblasten, aber auch die restlichen Hautzellen. Die Auswirkungen zeigen sich nicht nur an der Haut durch Falten und schlaffe Haut. Auch Knochen und Knorpel verlieren an Substanz und werden brüchiger. Gefäßwände werden weniger straff und neigen zu meanderförmigem Verlauf und auch das Zahnfleisch zieht sich vermehrt zurück. Besonders stark ausgeprägter Kollagenmangel äußert sich letztendlich in den sogenannten „offenen Füßen“, einer Wundheilungsstörung, von der besonders die ältere Generation recht häufig betroffen ist.
Typische Anzeichen eines Kollagenmangels:
- Falten und nachlassende Hautfestigkeit
- schlaffes Bindegewebe
- Knorpelabnutzungen und Gelenkbeschwerden
- brüchige Knochen
- Neigung zu Krampfadern
- Zahnfleischschwund
- Schlechte Wundheilung („offene Füße“)
Fazit
Kollagen ist mehr als nur ein Schönheits-Trend. Es ist zentraler Bestandteil für die gesamte Gesundheit und spielt eine wichtige Rolle für Haut, Gelenke, Knochen, uvm.
Wichtig zu wissen ist: Zugeführtes Kollagen kann nur mithilfe von ausreichend Mikronährstoffen (vor allem B-Vitamine, Vitamin C, Zink, Mangan, Kupfer, Chrom uvm.) aufgebaut werden. Bei einem Mangel an Nährstoffen kann selbst das hochwertigste Kollagen nicht verwertet werden.
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