Laktat

1. Was ist eigentlich Laktat und wie wird man es los?

Laktat ist das Salz der Milchsäure, das in der Zelle bei anaerobem Energiestoffwechsel (Anaerobe Glycolyse) entsteht. Anaerob bedeutet, dass zur Verstoffwechslung des Substrates, in diesem Fall Gluscose, kein Sauerstoff benötigt wird. Der anaerobe Stoffwechsel läuft zwar in der Zelle, dort jedoch außerhalb der eigentlich für die Energieproduktion verantwortlichen Mitochondrien ab. Er ist energetisch nicht sehr ergiebig, es werden nämlich aus 1 mol Glucose nur 2 mol ATP aufgebaut, im Gegensatz dazu liefert die mitochondrial-aerobe Glucoseverwertung pro mol Glucose 18 mol ATP. Anaerob ist also sozusagen der "Plan B des Metabolismus", der dann in Kraft tritt, wenn der aerobe Stoffwechsel überfordert ist.

Dies kann mehrere Gründe haben: Sauerstoffmangel (zB beim Sport, siehe Frage 3), Zuviel Glucose als Substrat (zb bei Diabetes, siehe Frage 2), Funktionsstörung der Mitochondrien, gennant Mitochondiropathien (zb bei Krebserkrankungen, siehe Frage 4), oder schwer akut-systemische Belastungen (Operationen, Blutverlust, Organversagen, Infarkte etc). In solchen Fällen wird intrazellulär Laktat gebildet. Dieses belastet unseren Säure-Basen-Haushalt und kann, bei guter Leberfunktin, ebendort zu fast 50% in Glucose umgewandelt werden. Endogenes Laktat Recycling sozusagen. Das heißt, um die Laktatbildung zu verringern braucht man Sauerstoff und optimal funktionierende Mitochondrien. Um bereits entstandenes Laktat zu recyclen, braucht man eine optimal funktionierende Leber und um die durch Laktat hervorzugerufene "Übersäuerung'" zu antagonisieren, braucht man Basen. Ausdauersport ist der ideale Begleiter zum Laktatabbau, da die Zelle dabei genau diese Fähigkeit trainiert.

 

2. Stimmt es, dass Diabetiker ein Laktatproblem haben?

Ja, Laktat entsteht nämlich sowohl in Begleitung der Ketoazidose bei gestörter Zuckerverwertung infolge ungenügender Insulinwirkung, als auch bei schlecht eingestellter Metformintherapie. In beiden Fällen kann es zur gefürchteten Laktatazidose kommen, die in den meisten Fällen auf der Intensivstation endet und teilweise schwer zu beherrschen ist. Wiederum in beiden Fällen profitieren die Patienten von Insulinomimetischen Nährstoffen wie Chrom und Zink (damit kann einerseits, wie der Name schon sagt, die Insulinwirkung verbessert, andererseits aber auch die Metformindosis verringert werden.)

Zusätzlich sollte auf eine optimale Mitochondrienfunktion geachtet weden. Diese kann durch Ausdauersport, Fasten und die richtigen Mikronährstoffe, wie die B-Vitamine und Vit D3, aber auch mitochondrienspezifische Substanzen wie AKG. Succinat, Fumarat, massiv verbessert werden. Da Diabetiker auch immer latent zur "Übersäuerung" neigen und diese auch zu sekundären gesundheitlichen Problemen und Steigerung der Morbidität und Mottalität führt, profitieren diese Patienten auch von einer Basenzufuhr und der Entlastung der Entgiftungsorgane wie Leber, Nieren und Haut.

 

3. Stimmt es, dass Sportler ein Laktatproblem haben?

Ja. Allerdings nennt man es bei Sporttreibenden nicht Laktatazidose sondern Hyperlaktatämie, was per se kein pathophysiologischer Zustand ist. Hier wird Laktat produziert, weil die Kapazität der aeroben Verwertung der Glucose durch zu hohe Belastung überfordert wird, meist aufgrund einer zellulären Sauerstoffschlud. Somit hängt die Leistungsfähigkeit von Ausdauersportlern unmittelbar mit der anaeroben Schwelle zusammen, die bei Laktattests bestimmt wird. Diese gibt an, ab welcher Dauerbelastung die Laktatproduktion die Laktateliminationfähigkeit der Zelle übersteigt. Dies passiert meist bei einem Laktatwert von ca. 4 mmol/l.

Je später in der Belastung dieser Wert erreicht wird, sprich, je besser die Laktattoleranz des Sportlers ist, desto länger kann eine Belastung durchgehalten werden. Man nennt diesen Zustand in der Zelle Laktat-steady-state. Wird dieser Zustand überschritten, dann wirkt die überschüssige Milchsäure als Handbremse für den Energiestoffwechsel und die ATP-Produktion und der Fettstoffwechsel werden gebremst. Im Sportlerjargon nenn man diesen Zustand "der Mann mit dem Hammer", oder "blau gehen".

Auch in diesem Fall kan man die Lakattoleranz des Patienten gezielt unterstützen, in dem man einerseits die Mitochondrien optimal versorgt und andererseits die Acidose mittesl Basengabe verzögert.

 

4. Stimmt es, dass Tumorpatienten ein Laktatproblem haben?

Erstmals gemessen und beschrieben von Nobelpreisträger Otto von Warburf in den 1930-er Jahren kann man bei Krebspatienten massiv erhöhte Laktatwerte feststellen. Als wichtigste Laborparameter fungieren hier eine erhöhte Laktat/Pyruvat-Ratio, sowie eine erhöhte Laktatdehydrogenase (LDH), die eine gesteigerte Umwandlung von Pyruvat in Laktat katalysiert. Der Grund dafür liegt in einer gestörten Mitochondrienfunktion in der Tumorzelle und damit der Notwendigkeit, anaerob Energie bereitzustellen. Dies funktioniert nur durch anaerobe Glycolyse, also "Vergärung von Zucker", mit dem Abfallprodukt Laktat. Wie bereits in Frage 1 erklärt, ist die Vergärung viel weniger energieeffizient als die Verbrennung in den Mitochondrien, somit ist ein Vielfaches an Substrat (Glucose) notwendig. Damit entsteht in weiterer Folge ein Vielfaches an Milchsäure.

Diese benutzt die Tumorzelle, um sich vor Angriffen des Immunsystems zu schützen, da v.a. die natürlichen Killerzellen in saurem Milieu funktionsunfähig werden. Wie im Übrigen auch die meisten Enzyme. So nimmt die Erkrankung Ihren Lauf. Krebspatienten profitieren massiv von einer zuckerfreien Diät und zusätzlicher Basenzufuhr. Pflanzliche Wirkstoffe aus Berberin und Bockshornklee senken zusätzlich den Blutzuckerspiegel und "sabotieren" dadurch massiv den Tumorstoffwechsel. Mittels Basenzufuhr erleichtert man den Immunzellen die Funktion und unterstützt die körpereigene Abwehr in diesem speziellen Fall sogar ursächlich. Dies sollte die Basis der Behandlung eines jeden Krebspatienten darstellen, ungeachtet der weiterführenden Therapie (Operation, Biologicals, Chemo- oder Radiotherapie).

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